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Zero Data Retention beim KI-Telefonassistenten: Was mit Gesprächsdaten passiert

Ja, Anrufe werden gespeichert: Standard 24 Monate. Zero Retention ist ein Angebot. Was ein KI-Telefonassistent mit Audio, Transkript und Training macht.

Maria Blumenfeld15. August 20269 Min. Lesezeit
Zero Data Retention beim KI-Telefonassistenten: Was mit Gesprächsdaten passiert

Inhalt zusammenfassen mit:

Ja. Ein KI-Telefonassistent speichert Telefongespräche in der Regel als Anrufdatensatz – mit Transkript und, sofern vorhanden, Aufnahme. Bei Famulor beträgt die Standardfrist 24 Monate. Im Profil unter Datenaufbewahrung stellst du 1 bis 24 Monate ein; danach löscht die Plattform automatisch (Soft Delete). Zero Retention Mode ist kein Standard, sondern ein Angebot für hochsensible Umgebungen: Verarbeitung im Arbeitsspeicher, Löschung nach der Interaktion. Dieser Text erklärt die fünf Schichten und was KI-Telefonassistent Datenschutz in der Praxis heißt.

Fünf Schichten: Was aus einem Anruf werden kann

Ein Anruf ist kein einzelner Klumpen Daten. Für Auskunft, Löschung und Zweckbindung zählt, welche Schicht du überhaupt anlegst. Die Dokumentation zur Datenaufbewahrung fasst Anrufe als Anrufdatensätze, Transkripte und Aufnahmen. Darunter liegen fünf Fragen, die DPO, Operations und Gründer getrennt beantworten sollten – nicht als Marketingliste, sondern als Inventar.

Audio

Die Aufnahme ist die schwerste Schicht: Stimme, Hintergrund, oft auch Dritte im Raum. Sie gehört zum Anrufdatensatz und folgt der Frist, die du setzt. Standard sind 24 Monate, einstellbar 1 bis 24 Monate. Danach entfernt ein geplanter Prozess die Daten per Soft Delete – zuerst als gelöscht markiert, nicht in derselben Sekunde endgültig vernichtet.

Aufzeichnung kannst du per Opt-out deaktivieren. Das ist eine Entscheidung in deinem Assistenten, kein verstecktes „nur wenn irgendwo aktiviert“. Aus bleibt aus. An bleibt an, bis du es abschaltest oder der Anruf in einen Pfad ohne Aufnahme wechselt.

Zero Retention Mode ändert genau diese Schicht für hochsensible Umgebungen: Verarbeitung im Arbeitsspeicher, Löschung nach der Interaktion. Das steht im Trust Center; die englische Schwesterseite liegt unter docs.famulor.io/en/support/trust-center. Es ist ein Angebot, nicht der Kontostandard. Wer „wir speichern nichts“ oder „nach jedem Anruf ist alles sofort weg“ als Default liest, liest die Seite falsch.

Transkript

Das Transkript ist der Text aus dem Gespräch. Es ist Teil desselben Anrufdatensatzes wie die Aufnahme. Dieselbe Frist, dasselbe Soft Delete. Transkription ist ebenfalls per Opt-out abschaltbar. Ein Transkript ohne Audio bleibt personenbezogen, sobald Stimme, Name, Telefonnummer oder Anliegen erkennbar sind. Es ist kein harmloses Technikprotokoll und kein Freibrief für längeres Behalten.

Wenn du Transkription aus und Aufzeichnung an lässt – oder umgekehrt – ändert das nicht die Anruf-Frist für das, was noch im Datensatz liegt. Die Frist hängt am Ressourcentyp Anrufe, nicht an einer einzelnen Datei.

Zusammenfassung

Eine Zusammenfassung steht in der Aufbewahrungstabelle nicht als eigener Typ. Wenn sie zum Anrufdatensatz gehört – als Kurztext oder als Felder, die du nach dem Gespräch behältst – gilt die Anruf-Frist, keine Extra-Regel. Sie rechtfertigt kein längeres Speichern und kein zweites Archiv. Fehlt sie, musst du sie nicht anlegen, nur um Vollständigkeit zu simulieren.

Für KI-Telefonassistent Datenschutz heißt das: Behandle die Zusammenfassung wie den Anruf, nicht wie ein unabhängiges Dokument. Was du in ein CRM oder Ticket kopierst, fällt unter deine Systeme, nicht unter die Famulor-Anruf-Deadline.

Benannte Variablen

In der Plattform heißt diese Schicht benannte Variablen: Du vergibst einen Namen (name it Variable) und speicherst nur das, was du so anlegst – etwa Vorgangsnummer, Kundentyp oder Status. Ohne benannte Variable entsteht kein extra Feld. Was du anlegst, gehört zum Anrufdatensatz, nicht zur Wissensdatenbank. Die optionale Extra-Automatisierung zum Löschen kann Datum, Uhrzeit und Dauer mitlöschen – Extra-Aufräumen, nicht eine zweite Standardfrist.

Eine benannte Variable wirkt klein und wird deshalb oft vergessen. Für ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten zählt sie trotzdem. Eine Minute Verbindungsdaten plus Rufnummer ist immer noch ein personenbezogener Datensatz, auch wenn Audio und Transkript aus sind.

Training

Training ist die Schicht, die viele Teams mit Speichern verwechseln. Speichern heißt nicht trainieren. Famulor stellt vertraglich sicher, dass KI-Anbieter Audio, Transkripte oder Prompts nicht zum Trainieren oder Verbessern ihrer Basismodelle nutzen dürfen. Auf der Preisseite steht dieselbe Linie: Wir und unsere Partner verwenden deine Daten nicht zum Training von KI-Modellen. Famulor nutzt Gespräche, um den Dienst zu erbringen, nicht um eigene Modelle zu trainieren.

Das gilt unabhängig davon, ob der Anruf einen Monat oder 24 Monate liegt. Eine kurze Frist ersetzt die No-Training-Zusage nicht, und die Zusage ersetzt deine Löschfrist nicht. Beides ist nötig, beides ist getrennt.

Dieselben Regeln für Famulor Orchestrator, Multi-Agent und Workflow

Dieselben Datenregeln gelten, ob ein Assistent, Famulor Multi-Agent oder ein Famulor Workflow den Anruf führt. Famulor Orchestrator verdoppelt die Speicherspur nicht und legt keine zweite Frist an. Was du für Aufzeichnung, Transkription, Region und Löschung setzt, gilt für den Anruf – nicht pro Baustein neu.

Ein Famulor Workflow ändert das nicht, nur weil die Journey mehrere Schritte hat. Lehnt jemand die Aufzeichnung ab, kannst du ohne Aufnahme weiterführen, auflegen oder an einen Assistenten ohne Aufzeichnung bzw. an einen Menschen übergeben. Die Call-Zeile, das Transkript und die Events bleiben trotzdem – Ablehnung heißt nicht, dass nichts gespeichert wird. Die Anleitung zur Weiterleitung bei Ablehnung beschreibt genau diesen Weg. Gesprächslogik baust du im Flow Builder. Keine dieser Flächen legt einen stillen Mitschnitt an, den die Anruf-Frist nicht kennt.

Rollen, Region, Verschlüsselung

Du bist Verantwortlicher, Famulor ist Auftragsverarbeiter. Den AVV (DPA) schließt du gesondert ab. Das Trust Center ist der lebende Anhang dazu. Die Datenschutzerklärung ist die kanonische Privacy-URL; dieser Artikel zitiert sie nicht und ersetzt weder AVV noch deine eigene Dokumentation.

Die Plattform wird in Frankfurt gehostet. EEA-First heißt: die Kernverarbeitung von Sprache und Text erfolgt im Europäischen Wirtschaftsraum. Das ist nicht „nur Deutschland“ und nicht „jede Gesprächsspur bleibt immer in der EU“. Die AI inference region stellst du unter Workspace-Einstellungen ein: Global, EU oder US. Sie steuert, wo die Provider-Inferenz für die Workspace-KI läuft. Einstellung: https://app.famulor.io/settings?panel=workspace Famulor 2.0 trägt ein EU-Hosting-Kennzeichen.

Bei Famulor 2.0 ist Zero Data Retention für alle Nutzer inklusive – Pay-as-you-go und Pläne, ohne Add-on. Vapi listet Zero Data Retention öffentlich als Add-on für 1.000 USD pro Monat (Stand August 2026). Retell und Synthflow haben kein öffentliches ZDR-Add-on; Custom Data Retention sitzt bei Retell im Enterprise-Plan, bei Synthflow hinter Agent-Toggles und Enterprise.

Daten werden bei der Übertragung mit TLS 1.2+ bzw. TLS 1.3 und im Ruhezustand mit AES-256 verschlüsselt. Das ist Transport- und Speicherverschlüsselung, keine Zusage, dass nur du den Inhalt lesen kannst. „Nur TLS 1.3“ wäre zu eng gegen den dokumentierten Stand.

Frist setzen, extra aufräumen, manuell löschen

Die Kontofrist findest du im Profil, neben den Zeitzonen. Vier Ressourcentypen, jeweils 1 bis 24 Monate, unabhängig voneinander: Anrufe, Leads, Chatverlauf, SMS. Anrufe – Datensätze, Transkripte, Aufnahmen – starten bei 24 Monaten. Nach Ablauf entfernt ein geplanter Prozess per Soft Delete.

Zusätzlich gibt es eine optionale 1.0-Automatisierung „automatisches Löschen“ mit Vorgabe 180 Tage. Das ist Extra-Aufräumen, nicht der Kontostandard. Die Seite zum automatischen Löschen von Anrufdaten macht das kenntlich. Anrufe kannst du auch manuell löschen.

Wissensdatenbanken sind Workspace-Material. Uploads und Embeddings fallen nicht unter denselben Löschjob wie Anrufe. Sie bleiben, bis jemand sie manuell entfernt.

  • Profil → Datenaufbewahrung: Frist 1–24 Monate je Ressource prüfen.
  • Aufzeichnung und Transkription: Opt-out setzen, wenn du sie nicht brauchst.
  • AVV abschließen; Trust Center als lebenden Anhang lesen.
  • AI inference region im Workspace setzen (Global, EU oder US).
  • Bei Ablehnung der Aufnahme: ohne Aufnahme weiterführen, auflegen oder Handoff. Call-Zeile, Transkript und Events bleiben.
  • Bei Bedarf manuell löschen; 180-Tage-Automatisierung nur als Extra nutzen.

Was dieser Text nicht leistet

Ob du aufzeichnen darfst, hängt von Einwilligung und Zweck ab, nicht von der Speicherdauer. Dafür ist der Leitfaden zur Aufzeichnung in der DACH-Region die Nachbarseite. Warum ein DSGVO-tauglicher Assistent im Markt zählt, steht in fünf Gründen zum Wettbewerbsvorteil. Den älteren Beitrag Privacy by Design verlinken wir als verwandten Artikel. Seine damalige Formulierung zur sofortigen Löschung als Standard wiederholen wir hier nicht.

Wenn du den Ablauf am eigenen Assistenten sehen willst, reicht eine Demo. Der Rest ist Konfiguration und Dokumentation, kein Versprechen, dass „nichts gespeichert wird“.

Häufige Fragen

Werden Anrufe bei Famulor standardmäßig gespeichert?

Ja, Anrufe werden als Datensatz gespeichert – inklusive Transkript und Aufnahme. Die Standardfrist beträgt 24 Monate. Du stellst sie im Profil unter Datenaufbewahrung zwischen 1 und 24 Monaten ein. Danach entfernt ein geplanter Prozess die Daten per Soft Delete. Zero Retention Mode ist davon unabhängig: Er ist ein Angebot, nicht diese Standardfrist.

Ist Zero Retention Mode der Standard?

Nein. Zero Retention Mode ist ein Angebot für hochsensible Umgebungen, kein Kontostandard. Bei Famulor 2.0 ist dieser Modus für alle Nutzer inklusive, Pay-as-you-go und Pläne – er bleibt trotzdem ein Modus, den du wählst, nicht die 24-Monats-Frist. In diesem Modus werden Daten im Arbeitsspeicher verarbeitet und nach der Interaktion gelöscht. Der normale Weg bleibt der Anrufdatensatz mit einstellbarer Frist. Details stehen im Trust Center, nicht in einem unsichtbaren Default hinter dem Assistenten.

Werden Audio, Transkripte oder Prompts zum KI-Training genutzt?

Nein. Famulor stellt vertraglich sicher, dass KI-Anbieter Audio, Transkripte oder Prompts nicht zum Trainieren oder Verbessern ihrer Basismodelle nutzen dürfen. Auf der Preisseite gilt dieselbe Linie: Wir und unsere Partner verwenden deine Daten nicht zum Training. Das ist unabhängig von der Aufbewahrungsfrist und ersetzt sie nicht.

Kann ich Aufzeichnung und Transkription deaktivieren?

Ja. Aufzeichnung und Transkription sind per Opt-out abschaltbar. Du entscheidest das im Assistenten, nicht die Plattform allein. Abschalten heißt nicht, dass kein Anrufdatensatz mehr entsteht; benannte Variablen zum Gespräch können weiter anfallen. Die Einwilligung holst du in deinem Prozess ein – das ist keine Rechtsberatung.

Was passiert, wenn jemand die Aufzeichnung ablehnt?

Der Anruf muss nicht abbrechen. Du kannst ohne Aufnahme weiterführen, auflegen oder mit einem Famulor Workflow an einen Assistenten ohne Aufzeichnung bzw. an einen Menschen übergeben. Call-Zeile, Transkript und Events bleiben; Ablehnung heißt nicht, dass nichts gespeichert wird.

Wer ist datenschutzrechtlich verantwortlich?

Du bist Verantwortlicher, Famulor ist Auftragsverarbeiter. Den AVV schließt du über die DPA-Seite ab. Das Trust Center ist der lebende Anhang dazu. Die Datenschutzerklärung verlinken wir kanonisch; sie ersetzt weder AVV noch deine eigene Dokumentation. Die Rollen drehst du nicht um, nur weil ein Assistent spricht.

Bleiben alle Gesprächsdaten immer in der EU?

Nein, das wäre zu pauschal. Die Plattform wird in Frankfurt gehostet. EEA-First heißt: die Kernverarbeitung von Sprache und Text erfolgt im EWR. Die AI inference region stellst du im Workspace auf Global, EU oder US. Das ist nicht gleich „nur Deutschland“ oder „jede Spur immer in der EU“.

Wie lange bleiben Anrufdaten im Konto?

Standard sind 24 Monate, einstellbar 1 bis 24 Monate, danach automatisches Soft Delete. Die Frist gilt für Datensätze, Transkripte und Aufnahmen. Zusätzlich gibt es eine optionale 1.0-Automatisierung mit 180 Tagen – Extra-Aufräumen, nicht der Kontostandard. Anrufe kannst du außerdem manuell löschen. Wissensdatenbanken fallen nicht unter diese Anruf-Frist.

Gelten dieselben Regeln für Multi-Agent und Workflow?

Ja. Dieselben Datenregeln gelten, ob ein Assistent, Famulor Multi-Agent oder ein Famulor Workflow den Anruf führt. Famulor Orchestrator ändert Aufbewahrung, No-Training und den Aufzeichnungs-Opt-out nicht. Eine Journey mit mehreren Schritten ändert die Frist nicht. Es gibt keine zweite, lockerere Spur, nur weil mehrere Assistenten nacheinander sprechen.

Werden Wissensdatenbanken mit den Anrufen gelöscht?

Nein. Wissensdatenbanken (Uploads und Embeddings) fallen nicht unter denselben Löschjob wie Anrufe. Sie bleiben, bis jemand sie manuell entfernt.

Dieser Artikel ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Prüfe Frist, Einwilligung und Löschkonzept mit deiner Rechtsberatung – einschließlich gesetzlicher Aufbewahrungspflichten, die länger sein können als 24 Monate.

MB
Maria Blumenfeld

Autor bei Famulor

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